Falls es unter Euch welche gibt, die Kurzgeschichten zum Thema Hautschichten und Hautgeschichten haben oder schreiben wollen, würden wir uns sehr freuen, wenn Ihr sie mit uns teilt. Also schickt uns eure Geschichten.
Mal schauen was daraus wird. Für die erste Geschichte gibt es ein Present. Wir sind gespannt und halten euch natürlich auf dem Laufenden.
Wir werden die eingeschickten Geschichten an dieser Stelle veröffentlichen.
Falls dies jemand nicht möchte, bitten wir darum dies bei der Geschichte zu vermerken!
Wir sind gespannt und freuen uns.
Euer Haut(ge)schichten-Team
Manchmal reicht eine Begegnung und das ganze Leben dreht sich.
Mag es eine Begegnung sein, die nur einen kurzen Moment anhält und doch so viel in dir bewegt, dass all deine Einstellungen, alles woran du je festgehalten hast, in sich zusammenfällt und etwas Neues, ja, etwas viel Größeres daraus entsteht.
Man betrachtet die Dinge von außen, fühlt sich ihnen nicht zugehörig, weshalb man urteilt, ohne zu verstehen, was es bedeutet es zu fühlen, zu hören, zu sehen.
Doch diese kleinen Momente im Leben, die einem, neue Einsicht in eine Welt geben, zu der du noch keinen Zugang hattest, die einem zu denken geben, über das Leben, über die Liebe, diese Momente, sind die, die einen prägen, die ein neues Kapitel in deinem Leben schreiben.
Ob es die tiefste Trauer ist, die du empfindest, wenn ein Mensch stirbt, der dir nah ist oder das unbeschreibliche Gefühl von Glück, wenn du den Menschen gefunden hast, den du dein Leben lang bei dir haben möchtest oder die innere Ruhe, eine Familie zu haben, die dir immer den Rücken frei hält.
All diese Momente werden dich verändern, dich in deinen Entscheidungen beeinflussen, dir Hoffnung geben. Genau wie deine Haut werden die Momente dich beschützen und dich ein Leben lang begleiten, sie werden die Geschichte deines Lebens widerspiegeln, jeden schwachen und jeden starken Augenblick, den du erlebt hast. Diese Momente sind deine Hautgeschichte…Ein kurzer Blick zur Seite. Da liegt er. Wie bei einer schwachen Sommerbrise, Gänsehaut...
Endlich weiß sie, wer sie ist und zu wem sie gehört.
Die Sonne scheint schwach in das kleine Zimmer. Das erste Mal seit Tagen ist blauer Himmel zu sehen. Vielleicht bekommen sie heute die Chance nach draußen zu gehen.
Sein Atem, ruhig, regelmäßig. Sie will ihn nicht wecken und doch wünscht sie sich, er wäre wach und sie würde jetzt in diesem Moment in seinen Armen liegen und ihm sagen können, wie glücklich sie ist.Hunger, welch eine Plage. Der Kaffee ist schnell aufgesetzt, der Tee zieht. Er mag Tee.
Würde er wach sein bevor er kalt ist?
Die Hüllen fallen. Die Dusche ruft. Sie liebt es wenn das warme Wasser langsam über die Haut läuft.
Der Spiegel, wie er sie jeden Tag anstarrt. Heute ist Zeit. Zeit zum Betrachten.
Jede Stelle am Körper, Stahl, Chirurgenstahl. Es ziert sie, wie ein roter Faden, zieht er sich über ihre Haut. Überall am Körper. Sie erinnert sich an jeden Moment: der Schmerz, der Kick, das Gefühl des Neuen, das Gefühl einzigartig zu sein, Expressionen einer selbst, wie die Nadel die einzelnen Schichten ihrer Haut durchstoßen. Sie merkt langsam, wie ihr dies nach und nach verloren geht. Was Neues muss her, immer wieder was Neues. Sucht.
Kunst auf eigener Haut. Sie betrachtet ihren Körper. Veränderungen.
Bald ist der Termin. Anders als bei dem Stahl ist die Tinte nicht rückgängig zu machen. Veränderung für immer.
Ihre Vorstellungen: stechender Schmerz gemischt mit tiefer Befriedigung durch das Ergebnis.
Die Nadel, wie sie immer wieder die Haut durchsticht und ein Mal hinterlässt, welches sie sich ausgesucht hat. Dazu diese Nähe zwischen Künstler und Leinwand. Die Macht, die dem Künstler über den Menschen gegeben wird, ausgeliefert und doch ein Geschenk des Vertrauens.
Sie stellt sich vor: diese ewige Verbindung als Beweis ihrer Liebe. Ein Ring, das Symbol der Unendlichkeit. Ein Ring aus Stahl und Tinte. Ein Ring für die Ewigkeit gemacht. Ein Ring für sie und ihn.
Ihre Haut wirkt auf einmal so leer. Wie ein leeres Buch, was beschrieben werden muss.
Die Zeilen fließen aus ihr raus, es fehlt nur noch der Kalligraph.
Zwei Arme umgreifen sie sanft von hinten: Ich liebe dich.
Schicht für Schicht, Zeile um Zeile, die Geschichte, der Liebe, ein Leben lang auf ihrer Haut verweile...
...Dein Present darfst du dir abholen...
Dich grüsst das Haut(ge)schichten Team...
